Die kochenden Männer |
| An vier bis fünf
Sonntagen im Jahr servieren die "Kochenden Männer" ein mehrgängiges Menü im Gemeindehaus –
meist nach einem Familiengottesdienst. Die Frauen bleiben da mal der Küche fern und lassen sich's ab 12.00 Uhr schmecken. Auch für Vegetarier ist gesorgt. |
Wir haben gemeinsam den Spaß am Kochen entdeckt. |
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| ...so war ein Artikel in der Evangelischen Kirchenzeitung vom 16. September 2001 überschrieben, der über die Festwoche zum 225. Götzenhainer Kirchen-Geburtstag berichtete und weiter erwähnte, dass die "Kochenden Männer" zum Sonntagsmahl mehr als 250 Festgäste mit deftigen Speisen nach historischen Rezepten verwöhnten. Zu diesem Zeitpunkt konnten die "Kochenden Männer" bereits auf eine fast dreijährige Kocherfahrung zurückblicken. Die Idee, die Männer kochen zu lassen, entstand Ende 1997. Vorbild war ein bestehendes, ähnliches Projekt in Buchschlag. Die "Gründungsväter" der "Kochenden Männer" waren Jürgen Schefzyk, Dr. Robert Flogaus-Faust und Eckhard Helm. Das erste Essen für die Gemeinde fand Anfang 1998 für etwa 50 Personen statt und wurde von sechs "Kochenden Männern" zubereitet. Somit können die "Kochenden Männer" in 2010 auf eine 13-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Heute stehen 14 Männer in der Küche, wenn es darum geht, im Durchschnitt etwa 100 Gäste je Essen zu bewirten. Unterstützt werden die "Kochenden Männer" dabei immer wieder von Konfirmanden, die im Rahmen des Konfirmationsunterrichts ihr Gemeindepraktikum hier ableisten. Regelmäßig gibt es vier Kochtermine pro Jahr. Zur jeweiligen Vorbereitung treffen sich die "Kochenden Männer" kurz vor Redaktionsschluss des Gemeindebriefs, um das Menü festzulegen, die Einladung einschließlich Anmeldung an die Gemeinde vorzubereiten und einen Anmeldeschlusstermin festzulegen. Nach Eingang der Voranmeldungen findet ein weiteres Treffen statt, bei dem auf der Grundlage der Anmeldungen und nach den Erfahrungswerten über unangemeldete Teilnehmer das Mengengerüst für die einzelnen Speisen festgelegt wird. Dabei wird auch entschieden, wer die erforderlichen Einkäufe tätigt und wann und wo anliefert. Da nicht immer alle erforderlichen Gerätschaften vorhanden sind, werden je nach Bedarf von Küchenmaschinen über Töpfe, Geschirr, Grill- und Kochgeräten bis hin zu einzelnen Zutaten die häuslichen Bestände angeschleppt, um eine bestmögliche Zubereitung sicherzustellen. Am jeweiligen Samstag vor dem Essen treffen sich die "Kochenden Männer" ab 10.00 Uhr im Gemeindehaus, um den Saal herzurichten und soweit möglich, Teile des Menüs vorzubereiten. Diese Arbeiten, immer wieder erleichtert durch ein gutes Glas Wein, nehmen fast den ganzen Tag in Anspruch. Wird zum Beispiel eine Suppe als Vorspeise angeboten, wird eine Menge von 15 bis 20 Litern zubereitet. In der Griesklößchensuppe schwimmen dann etwa 400 Griesklößchen. Neben durchschnittlich 15 kg Kartoffeln werden auch rund 15 kg Fleisch und jede Menge weitere Zutaten verarbeitet. Putzen, schälen, zerkleinern, dünsten, anbraten, kochen, backen und abschmecken zählen zu den wesentlichen Arbeitsgängen. Auch das permanente Spülen und Abtrocknen der benutzten Gerätschaften will erledigt werden. Der Sonntagsdienst beginnt dann in der Regel um 9.00 Uhr, manchmal auch früher, um rechtzeitig nach dem Gottesdienst das Essen anbieten zu können. Nachdem die Gemeinde versorgt ist, setzen sich auch die "Kochenden Männer" zum gemeinsamen Essen zusammen. Nach gutem Essen und ein paar Gläschen Wein kommt dann beim einen oder anderen schon der Wunsch nach Heinzelmännchen oder anderen dienstbaren Geistern auf, die das Geschirr spülen, die Stühle und Tische wegräumen und alles wieder in einen sauberen und aufgeräumten Zustand versetzen. Da diese Wünsche bisher jedoch nicht in Erfüllung gegangen sind, füllen Spülen und Aufräumen den Rest des Sonntags aus. Wenn dann auch noch ein etwaiger finanzieller Überschuss für die Gemeindearbeit bleibt, freut sich jeder auf die Dusche und einen gemütlichen Abend zu Hause. Der eingangs erwähnte Bericht aus der Evangelischen Kirchenzeitung endet mit der Feststellung: "Wenn die Künstler am Herd noch ein wenig üben, könnte es in Götzenhain bald die weltweit erste protestantische Kirchengemeinde mit einem Michelin-Stern geben" ... |
Für die Kochenden Männer: Bernhard Brauner |